Seleneinlagerung als Qualitätskriterium

Die Ergänzung von Fütterungsrationen mit organischem Selen in Form von Selenomethionin erhöht die Seleneinlagerung in tierischem Protein wie Milch, Eier und auch Fleisch. Neueste Versuche haben gezeigt, dass Unterschiede in der Effizienz zwischen den einzelnen Quellen bestehen und eine neue Generation organischen Selens deutliche Vorteile mit sich bringt.

UFA-Reveu, April 2017

Selen (Se) ist ein sehr wichtiger Nährstoff in der Fütterung und unabdingbar für einen optima­len antioxidativen Status und eine optimale lmmunität der Tiere. Selen gelangt über die verschiedenen Ein­ zelfuttermittel und auch als speziel­ler Zusatz in die Rati onen. Selen aus Einzelfuttermitteln ist hauptsächlich in Form von L-Selenomethionin an­
wesend, welches die natürliche Form von Selen in Pflanze und Tier ist. Als Zusatzstoff kann Selen entweder in organischer oder anorganisch er Form zugefügt werden. lm Vergleich zu an­ organischem Selen hat organisches Selen einen wichtigen Vorteil, weil Selenomethionin im Körper als Ami­nosäure metabolisiert wird (auf die gleiche Art wie Methionin). Organi­sches Selen bildet somit in Form von Selenomethionin eine Selenreserve in Geweben, vornehmlich im Mus­kelgewebe . In Stresssituationen kann diese Selenreserve zur Verbesserung der antioxidativen Abwehr genutzt werden. Selenreserven im Körper sind wichtig, urn einen ausreichen­ den Selen- und antioxidativen Status zu jeder Zeit zu gewährleisten. Neben dem Vorteil der Selenreserve liefert organisches Selen in Form von L-Selenomethionin einen effizienten Selentransfer auf den Nachwuchs durch Übertragung über Plazenta, Milch und Eier.

L-Selenomethionin im Stoffwechsel

Innerhalb des Stoffwechsels gibt es einen bedeutenden Unterschied zwi­schen Selenomethionin und allen an­deren S elen formen . Für gewöhnlich wird organisches Selen in Form von Selenhefen dem Futter zugesetzt. EU zugelassene Selenhefen müssen min­destens 98 Prozent des Gesamtselens in organischer Form enthalten. Diese 98 Prozent liegen jedoch nicht voll­ständig als Selenomethionin vor. Ein Teil liegt in Form von Selenocystein oder anderen (organischen) Zwi­schenprodukten vor.
1 m Stoffwechsel werden alle Selen­kom pon enten als Selenquellen erkannt und direkt für die Selenopro­teinsynthese (Selenoenzyme) ge­nützt.
Neben diesem allgemeinen Metabo­lismus kann Selenomethionin als ein­zige organische Selenkomponente im Körperprotein eingebaut werden an Stelle von Methionin. Ober diesen speziellen Stoffwechselweg kann Selenomethionin Selenreserven im Körper aufbauen und am Nachwuchs via der Plazenta, der Milch ader der Eier übert ragen. Die Selenreserve im Körper kann dann später zur Seleno­ proteinsynthese mobilisiert werden. Eine ausreichende Selenreserve sichert zu jeder Zeit, auch in Stress­situationen ader bei geringerer Fut­ teraufnahme, einen optimalen Selen­ und antioxidativen Status.
Weder über Selenocystein (ein nicht unerheblicher Teil des organischen Selens in Selenhefen) noch über Na­triumselenit können die Selengehalte im Gewebe angehoben werden (Sural 2016). Selenocystein kann nicht direkt in Selenoprotein eingebaut werden, sondern muss, wie alle anderen Selenquellen auch, erst zu Selenid abgebaut werden. Dann gelangt es in die de nova Synthese van Selenocys­ tein und damit in die Selenoproteine (Grafik 1 ).

Organische Selenquellen

Aus Literatur and Praxis ist bekannt, dass Selenhefen grosse Unterschiede in ihrem Selenomethioningehalt aufweisen. Hier gibt er sowol Unterschiede zwischen den einzelnen. Herstellern als auch zwischen den einzelnen Chargen desselben Herstellers. Der Gehalt an Selenomethionin ist jedoch ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Tierenährer werden sich dessen immer stärker bewusst und beziehen dies in die Rationsfor­mulierung mit ein.
Zwischenzeitlich wurde eine neue Form organischen Selens auf dem Futterm ittelmarkt eingeführt, wel­che das Problem der unterschiedli­chen Konzentrationen aufhebt . Das Produkt «Exc ent ial Selenium4000 » weist den höchsten und konstantes­ ten Selenomethioningehalt auf. Die­ ses Selenomethionin hat eine Verdaulichkeit van 100 Prozent und stellt damit die effizienteste organi­sche Selenquelle dar.

Versuche zur Selenspeicherung bei Broilern und Schweinen

Die hohe Variabilität, die in La­ boruntersuchungen bei Selenhefenfestgestellt wurde, ist auch in vivo sichtbar. In der neuesten Untersu­chung bei Masthähnchen wurden zwei
verschiedene Selenhefen mit unterschiedlichen Selenomethion in­ gehalten miteinander verglichen . Ein Produkt wies einen Selenomethio­ningehalt van 26 Prozent (Se-Hefe
niedrig) auf, das andere einen Sele­nomethioningehalt van 69 Prozent (Se-Hefe hoch). Die Selenhefe mit einem niedrigeren Selenomethionin­ gehaltzeigte einen signifikant gerin­geren Einbau ins Gewebe als die Selenhefe mit höherem Selenomethi­oningehalt . Die neue Generation an organischem Selen zeigte die höchs­ te Seleneinlagerung, signifikant hö­her als beide Selenhefeprodukte (Grafik 2).

Auch bei Mastschweinen konnte die­ser Unterschied beobachtet werden. In einem aktuell durchgeführten Ver­such wurden drei verschiedene Selenquellen miteinander verglichen. Natriumselenit, Selenhefe und «Excential Selenium4000». Der Ver­such begann in Woche O mit 30 kg schweren Mastläufern.
Die Gesamtselengehalte der Ratio­nen waren vergleichbar (analysierter Gesamt-Se-Gehalt 0.33 ppm für die Natriumselenitgruppe, 0.32 ppm für beide Gruppen mit organischem Selen).
Die Seleneinlagerung im Muskelge­webe zeigte einen signifikanten Un­terschied zwischen den einzelnen Selenquellen (Grafik 3). Neben dem Muskelgewebe stellen auch Milch und Eier gute lndikatoren für die Seleneinlagerung dar. Die beschrie­benen Ergebnisse im Broiler- und Schweinegewebe decken sich mit früher veröffentlichten Daten bei Le­ gehennen und Milchkühen.

Erhöhte Werte in Milch

In anderen Studien wurden höhere Selengehalte in Eiern van Legehen­nen gefunden, die «Excential Seleni­um4000 » über ihr Futter erhielten als in Eiern van Legehennen bei de­nen Selenhefe ader Natriumselenit als Selenquelle verwendet wurde.
Unabhängige Studien schlussfolger­ten, dass Milchkühe, welche die neue organische Selenquelle erhiel­ten, im Vergleich zu Kühen, deren Ration Selenhefe bzw. Natriumsele-­ nit enthielt, eine höhere Transferrate van Selen in die Milch aufwiesen.

Schlussfolgerung

Ober organisches Selen in Form van Selenomethionin ist man in der Lage, die Seleneinlagerung ins Gewebe zu erhöhen, welches ein guter lndikator für den Selenstatus der Tiere ist. Neueste Untersuchungen haben ge­ zeigt, dass ein grosser Unterschied zwischen den einzelnen organischen Selenquellen besteht und dass der Gehalt an Selenomethionin den wichtigsten Parameter für die Quali­tät der Produkte darstellt. Selenhe­ fen zeigen eine hohe Variabilität im Selenomethioningehalt. «Excential Selenium4000 » ist die neue Genera­tion organischen Selens mit der höchsten Konzentration an verfügba­rem Selenomethionin und zeigt da­ her die höchste Seleneinlagerung. Damit ermöglicht es eine standardi­sierte Menge an aktiver Substanz (L-Selenomethionin) in der Ration und sichert so die effizienteste Selenversorgung für das Tier .

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